Parasiten in der Geflügel- und Entenhaltung


Leider muss sich jeder Halter früher oder später mit der Problematik "Parasiten" auseinandersetzen. Parasiten werden mit Mäusen, Ratte oder Wildvögeln eingeschleppt. Die hier genannten Parasiten treten am häufigsten in der Geflügelhaltung auf.


Inhaltsverzeichnis

  • Vogelmilbe
  • Bekämpfung mit Dutchy´s Raubmilben
  • Raubmilben
  • Unterstützende Behandlung der Tiere
  • Federlinge
  • Bekämpfung
  • Agrinova Milbenfrei
  • Fiese Endoparasiten, Würmer

Vogelmilbe


Vogelmilben oder Blutmilben sind kleine wirbellose Tiere, die parasitär leben. Wenn wir sie unter einer Lupe oder einem Mikroskop betrachten, sehen wir, dass sie Spinnen ähneln, auch wenn ihre Beine etwas kürzer sind. Im Verhältnis zu ihren Beinen haben sie einen ziemlich großen Körper, der meist rot oder dunkelgrau gefärbt ist. In der Praxis unterscheiden wir zwei Arten. Die Vogelmilbe Dermanyssus gallinae treffen wir bei Hühnern, Tauben und Volierenvögeln, aber auch bei Nagetieren an. Die Reptilienmilbe Ophionnyssus natricis kommt dagegen nur bei Reptilien vor und hat eine etwas andere Lebensweise.

Entwicklung
Die Entwicklung einer Milbe verläuft in fünf Stadien: Ei, Larve, zwei Nymphenstadien und ein adultes Stadium. Die ideale Temperatur für eine Entwicklung ist 27 ºC und eine Luftfeuchtigkeit von 80%.

Unter normalen Umständen lebt eine Vogelmilbe ungefähr 16 Tage. Bei niedriger Temperatur können manche Milben sogar 40 Tage überleben. Mit Ausnahme des Ei-Stadiums sterben alle anderen Stadien innerhalb von 8 Tagen bei einer Temperatur von über 40 ºC oder unter 3 ºC und einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 30%.


Lebensart
Ein erwachsenes Weibchen kann während ihres Lebens etwa 70 Eier produzieren. Pro Wurf legt sie ca. 20 Eier. Dies macht sie meistens im Dunkeln, auf gut versteckten und leicht feuchten Stellen. Bei Reptilien werden die Eier manchmal sogar auf die Tiere selber gelegt. Man sieht sie dann meistens unter den Schuppen der Augen und rund um den Anus. Unter idealen Umständen können die Milben bereits nach einem Tag schlüpfen. Eier, die bei niedrigen Temperaturen gelegt werden, können wochenlang überleben und so günstigere Umstände abwarten.

Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die nicht in der Lage ist, Nahrung aufzunehmen, sich aber schon über eine geringe Distanz vorwärts bewegen kann. Dieses Stadium dauert ca. zwei Tage. Weil die Larve noch farblos und sehr klein ist, ist sie kaum wahrnehmbar. Nach diesem Stadium entsteht eine Nymphe mit einer harten Haut. Während dieses Stadiums, welches 5-10 Tage dauert, sucht sich die Vogelmilbe zum ersten Mal ein Wirtstier, um Blut abzusaugen. Dadurch bekommt sie eine rote Farbe, wodurch sie besser sichtbar ist. Nach diesem Stadium sucht sich die Nymphe ein Versteck, um zum nächsten Nymphenstadium überzugehen. Dieser Übergang dauert meistens 24 Stunden. Während dieser Zeit ist die Milbe sehr verletzbar. Sie befindet sich in einer weichen, dunkelroten Hülle und kann sich kaum bewegen. Das daraus entstehende erwachsene Exemplar ist in der Lage, sich zu vermehren. Die männlichen Milben sind dreimal so klein wie die Weibchen und nicht so rund und dick. Sie können ihrem Wirtstier während ihres maximal 30 Tage dauerndes Lebens bis zu achtmal Blut absaugen. Nachdem sie sich ein- bis zweimal vollgesaugt haben, suchen sich die Männchen ein Weibchen für die Paarung. Wenn sie sich mit einem Weibchen paaren, das noch keine Nahrung aufgenommen hat, wird dieses Weibchen nur weibliche Milben bekommen. Wenn ein jungfrauliches Weibchen sich einmal mit Blut vollgesaugt hat, ist es dagegen nicht mehr attraktiv für die Männchen; weshalb keine Befruchtung mehr stattfinden wird. Aus den Eiern dieses Weibchens werden sich dann nur Männchen entwickeln.

Ein Weibchen saugt sich während ihres Lebens maximal fünfmal mit Blut voll. Es kann während einer Nahrungsaufnahme das 15-fache seines eigenen Gewichts an Blut aufsaugen.

Vogelmilben befallen ihr Wirtstier jede Nacht, indem sie an den Beinen hochklettern. Gegen Morgen verlassen sie ihren Wirt wieder und suchen einen dunklen und geschützten Ort, um dort den Tag zu verbringen. Reptilienmilben bleiben für eine längere Periode auf dem Wirtstier. Nicht selten sind sie 5 Tage lang zwischen den Schuppen an die Haut gehaftet und saugen dabei ihrem Wirt dauernd Blut ab.

Nachdem sie genug Nahrung aufgenommen haben, machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz, um ihre Eier abzulegen. Während dieser Suche, die meist im Dunkeln stattfindet, können erhebliche Distanzen zurückgelegt werden. Dadurch kann sich ein Vogelmilbenbefall in kürzester Zeit über mehrere Käfige verteilen.


Die Übertragung von Krankheiten
Ein Milbenbefall ist nicht nur lästig für die Tiere, er ist auch gefährlich. Vogelmilben können die unterschiedlichsten Krankheiten und Hautschädigungen verursachen. Eine Ansteckung geschieht hauptsächlich über den Speichel. Auch bei Menschen kann es zu Hautirritationen kommen. Es gibt sogar Menschen, die eine allergische Reaktion zeigen und für die Behandlung einen Arzt aufsuchen müssen. Untersuchungen an diversen Universitäten haben gezeigt, dass Vogelmilben u. a. für die Verbreitung des „Rattenfiebers“, (eine gefährliche Form von Hepatitis) und die „Nagetierkrankheit“ verantwortlich sind. Importierte Reptilien aus Asien und Afrika gehören zu den Risikogruppen. Fast alle solche Tiere tragen Vogelmilben an sich und weisen einen hohen Wert an schädlichen Pathogenen auf. Es ist ratsam, diese Tiere längere Zeit in Quarantäne zu halten. Tiere, die aus der „Nachzucht“ kommen, haben im Allgemeinen keine Probleme mit gefährlichen Krankheiten.


Kontrolle

Es ist sehr wichtig, immer gut zu kontrollieren, ob Vogelmilben vorhanden sind. Das rechtzeitige Einsetzen vonDutchy’s® wirkt sehr gut, solange noch keine größere Population an Vogelmilben entstanden ist.

Dutchy’s®können einen bereits vorhandenen, sogar einen ernsthaften Befall beseitigen, müssen dann aber in größeren Mengen eingesetzt werden, was entsprechend teurer ist. 

Um zu kontrollieren, ob und wie viele Vogelmilben in einem Käfig vorhanden sind, nutzen wir die Gewohnheiten der Parasiten. Wir benutzen ein kleines Kunststoffrohr als Milbenfalle. In dieses Röhrchen legen wir ein Stückchen dünne Wellpappe Wir rollen diese Pappe auf, bis sie genau hineinpasst. Das Röhrchen befestigen wir nun an einer taktischen Stelle im Käfig. In einem Hühnerstall wird dies unter der Hühnerstange sein. Wenn die Vogelmilben gegen Morgen ihr Wirtstier verlassen, suchen sie einen geschützten Platz, um dort den Tag zu verbringen. Viele Milben werden in das Röhrchen und in die Falten der Pappe kriechen. Wenn wir nun die Pappe aus dem Röhrchen holen und auseinanderfalten, sehen wir, ob und wie viele Milben vorhanden sind.

 

Quelle: http://www.refona.nl


Bekämpfung


Dutchy's ® / Raubmilben


Allgemeines

Dutchy’s® sind Raubmilben aus der Familie Laelapidae, die in großen Teilen Europas in der freien Natur vorkommen. Sie leben im Boden und jagen dort unterschiedliche Bodenorganismen. Wenn diese Raubmilben in den Käfigen ausgesetzt werden, bekämpfen sie Schädlinge, u. a. die Blutmilben. Sie jagen die Schädlinge den ganzen Tag, töten sie und verspeisen sie anschließend. Es ist nur eine Frage der Zeit; die Raubmilben werden aus dem Kampf fast immer als Gewinner hervorgehen.

 

Die Umgebung der Raubmilben muss feucht gehalten werden und die Temperatur sollte nicht unter 15° C fallen!

Lebenszyklus
Dutchy’s® sind ca. 1 mm groß. Sie haben einen tropfenförmigen Körper, sind hellfarbig und sehr beweglich. Sie ernähren sich von verschiedenen Organismen, wie z. B. von Larven kleiner Mücken, von Springschwänzen und von verschiedenen Arten von Milben, worunter auch die Blutmilben fallen. Die Eier werden auf den Boden oder an eine andere geeignete Stelle gelegt. Nach einigen Tagen schlüpfen die Larven, die nach einer Anzahl Häutungen schließlich zu erwachsenen Raubmilben werden. Dutchy’s® verspeisen täglich durchschnittlich fünf Blutmilben. Werden sie rechtzeitig eingesetzt, können sie oft die Entwicklung einer Plage verhindern. Sie sind auch in der Lage, einen starken Befall zu bekämpfen, müssen dann aber in größerer Anzahl eingesetzt werden.

Wenn sie Dutchy’s® ausgebracht haben, ist es möglich, dass Sie nach einigen Tagen mehr Blutmilben wahrnehmen als vorher, was daher kommt, dass die Raubmilben die Blutmilben aus ihren Verstecken vertreiben und sie so sichtbar machen. Die Raubmilben jagen sie aber weiterhin, wodurch dieser Effekt nach kurzer Zeit verschwindet. Dutchy’s® können ebenfalls eine Periode mit Nahrungsmangel überleben. Sie pflanzen sich dann allerdings nicht fort und werden sich, falls nötig, gegenseitig aufessen. Den Vögeln können sie jedoch nichts anhaben. Hält der Nahrungsmangel an, sterben sie nach einigen Wochen aus. Eine erwachsene Raubmilbe lebt im Durchschnitt 6 Wochen.

 

Lebensraum
Dutchy’s® leben vorzugsweise bei einer Temperatur von 15 bis 28 ºC. Wenn die Temperatur unter oder über diesem Wert liegt, begeben sie sich in eine Ruhephase. Sie warten dann ab, bis die Bedingungen günstiger werden, und gehen danach wieder auf die Jagd. Sie dürfen allerdings keinerlei Frost ausgesetzt werden, da die meisten sonst sterben.


Wenn Sie das Material gefüllt mit Dutchy’s unter die Lupe nehmen, sehen Sie die Raubmilben zwischen den Körnern bewegen. Die Mite Booster müssen horizontal angebracht werden. Es ist wichtig, die Gebrauchsanleitung zu folgen um die richtige Anzahl von Mite Booster einzusetzen. Die Verwendung des Mite Boosters ist sehr benutzerfreundlich und effektiv, aber in einigen Fällen kann es nützlich sein auch losem Material aus den Fläschchen zu verwenden. Es empfiehlt sich, bei Vögeln in der Brutzeit gelegentlich eine Verschlusskappe mit Raubmilben in jeden Nest zu verteilen. Dies gibt den Blutmilben keinen Chance um die Jungvögel  zu befallen. Besonders in Kanarienvögel kann diese Methode sehr nützlich sein, denn der Schäden oft erfolgt durch die Nester. Auch in feuchten Terrarien kann man das Material aus den Flaschen verwenden. Das Material wird in Haufen über das  Terrarium verteilt wobei es wichtig ist dass das Material während einigen Wochen nicht austrocknen kann. Das Material enthält neben erwachsenen Raubmilben auch viele Eier und Larven. Nur wenn das Material leicht feucht bleibt können sie entwickeln und den Kampf aufnehmen mit den anwesenden Parasiten. Für die genaue Anwendung und Dosierung beachten Sie bitte die spezifische Gebrauchsanweisung.


Dosierung
Um zu berechnen wie viele Mite Booster benötigt werden in einer Tierunterkunft müssen wir ausgehen von einer Anzahl von verschiedenen Situationen. In einem Terrarium wird die Berechnung einfach zum Inhalt gemacht. In einer Hühnerstall gehen wir von mindestens 3 Mite Booster für den ersten Quadratmeter aus. Für jeden zusätzlichen Quadratmeter rechnen Sie ein extra Mite Booster. Also für einen Hühnerstall von 4 Quadratmeter benötigen Sie 6 Mite Booster. Bei Volierenvögel gehen wir von den Inhalt der Zuchtkäfigen aus. Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen wie viele Mite Booster wir empfehlen zu Zuchtkäfige in verschiedenen Großen. Bei dieser Berechnung gehen wir davon aus, dass alle Zuchtkäfige verkettet sind. Wenn dies nicht der Fall ist, muss jeder Block von Käfigen separat berechnet werden. Für einen Block von 24 Käfigen von je 40 x 40 cm benötigen Sie 3 Mite Booster. Wenn Sie 24 Käfige über zwei Blöcke von 12 aufgeteilt haben, empfehlen wir 2 Mite Booster pro Block; also insgesamt 4! Haben Sie die erforderliche Menge berechnet? In unserem  Refona Online-Shop können Sie alle Produkte schnell und einfach bestellen.


In den verschiedenen Gebrauchsanleitungen nach Tierart finden Sie auch die spezifische Dosierungstabelle. Eine Gesamtübersicht finden Sie auch in der Gebrauchsanleitung der Mite Booster und in der Informationsbroschüre.

 

 

Kontrolle
Um zu überprüfen ob und wie groß der Milbenbefall ist, können Sie bei Hühner und Volierenvögel Kontrollröhrchen benutzen. Kontrollröhrchen sind kleine Stücke PVC Rohr mit einem aufgerollten Stück Wellpappe gefüllt. Die Blutmilben nutzen den Raum zwischen den Wellen als Unterschlupf wenn sie von Ihren nächtlichen Touren zurückkehren. Durch wöchentlich die Wellpappe heraus zu nehmen und zu kontrollieren, können Sie auf einfache Weise sehen ob Blutmilben anwesend sind und in welchen Umfang. Auf den Bildern oben sehen Sie drei verschiedenen Niveaus des Befalls. Auf der niedrigsten Niveau wird der Schaden für die Tiere noch begrenzt sein. Aber bei den anderen beide Niveaus leiden die Tiere unter der Blutmilbenbefall. In unserem Webshop können Sie Sätze bestellen von Kontrollröhrchen und extra Wellpappen.
 

Nutzung von Chemie
Von einer Anwendung von chemischen Bekämpfungsmitteln, kurz vor oder nach dem Einsatz von Dutchy’s®, raten wir stark ab. Diese Stoffe wirken sich nachteilig auf die Populationsentwicklung der Raubmilben aus und können die Population sogar vernichten, wenn die Raubmilben mit Resten dieser Stoffe in Berührung kommen. Es ist zu empfehlen, nach der Anwendung von chemischen Mitteln mit dem Einsatz von Dutchy’s® mindestens 6 Wochen zu warten. Wenn die Nester in vorher chemisch behandelten Vogelkäfigen aufgehängt werden, ist das kein Problem, wenn die Nester selbst unbehandelt sind. Es ist ratsam die Raubmilben dann nur in den Nestern auszusetzen.

 

Quelle: http://www.refona.nl

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Mite Booster Gebrauchsanleitung
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Raubmilben Dutchys Gebrauchsanleitung
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 Raubmilben / Predator Milben

 

Milben gehören zur Gruppe der Spinnentiere und damit zu einer der vielfältigsten und erfolgreichsten Tiergruppen aller wirbellosen Tiere. Milben sind in fast allen Regionen der Erde zu finden, doch aufgrund der geringen Größe (viele Milben sind mikroskopisch klein) werden sie oft kaum bemerkt. Viele Milben leben frei in der Erde oder dem Wasser, aber es gibt auch eine große Gruppe von Milben, die als Parasiten auf Pflanzen oder anderen Tieren leben oder sich sogar von Schimmelpilzen ernähren.

Bekannte Milben, welche Tiere befallen, sind die Sarcoptes Milben, welche sich unter die Haut graben, und die Demodex Milben, Parasiten welche im oder nahe den Haarfollikeln von Säugetieren leben. Bei Menschen ist die Hausstaubmilbe bekannt dafür, Allergien und Gesundheitsprobleme auszulösen, und die rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist eine bedeutende Plage beim Geflügel.

Eine interessante Gruppe von Milben ist die der Raubmilben. Diese Milben machen Jagd auf andere Kleinstlebewesen, darunter auch andere Milben, und ernähren sich von diesen. Diese sogenannten Predator Milben sind interessante Kandidaten für die integrierte Schädlingsbekämpfung.  Diese Art des Parasitismus beschreibt eine biologische  Wechselbeziehung, in der ein Prädator (ein Jäger, Organismus der jagt) sich von seiner Beute (ein Organismus, der gejagt wird), ernährt.

Stratiolaelaps scimitis, früher auch als Hypoaspis miles bekannt, ist eine solche milbenfressende Raubmilbe.

Zusammenfassung  einer Laborstudie:


Die Rote Vogelmilbe, Dermanyssus gallinae, auch als Blutmilbe bekannt, befällt Stallhühner weltweit. Den Vogelmilben ist mit herkömmlichen Akariziden (Antimilbenmitteln) schwer beizukommen. Die oben genannte Studie hatte zum Ziel, Nützlinge zu finden, die wirksam gegen Blutmilben eingesetzt werden können. Von den vier ausgewählten Raubmilben der Arten Hypoaspis miles, Hypoaspis aculeifer, Amblyseius degenerans und Phytoseiulus persimilis, erwies sich Hypoaspis miles als Erfolg versprechendster Gegenspieler der Roten Vogelmilbe.

Laboratory tests for controlling poultry red mites (Dermanyssus gallinae) with predatory mites in small laying hen cages, Izabela Lesna, Maurice W. Sabelis, Thea G. C. M. van Niekerk, Jan Komdeur (2012)

Erkenntnis für die Platzierung der Raubmilben:


Die oben genannte Untersuchung ergab, dass die Raubmilben sich in ihrer Ruhephase an die Unterseite des Käfigs zurückziehen, während sich die meisten Roten Vogelmilben weiter oben im Käfig aufhielten. Insbesondere sammelten sich die Blutmilben an den Käfigwänden, hinter der Abdeckung und in den Ritzen des Futterkastens. Nach diesem Befund empfiehlt es sich, einen Teil der Raubmilben an höher gelegenen Stellen im Stall an den Wänden anzubringen.


Anwendung / Ergiebigkeit

Die Anwendung ist ab 15 ° C Umgebungstemperatur möglich.

WICHTIG!
Erst am Ausbringungsort öffnen!
Raubmilben nicht berühren, nicht drücken und am Abend des Erhalts ausbringen! Gekühlt (8-12 °C) nach Erhalt ca. 3 Tage lagerbar!

Verteilen Sie das Gemisch aus Trägermaterial und Nützlingen in kleinen Häufchen (pro Häufchen 4 Esslöffel) auf dem Boden des Käfigs oder des Terrariums. Legen Sie ein feuchtigkeitsspeicherndes Material (zum Beispiel feuchtes Schwammtuch) unter, damit die Raubmilben sich gut vermehren können. Falls die Gefahr besteht, dass die Nutztiere die Häufchen verscharren, können Sie eine Untertasse darüberlegen. Eine Seite des Randes auf ein kleines Stöckchen legen, damit die Nützlinge einen Schlitz zum Herauskrabbeln vorfinden!

In Hühnerställen kann das Gemisch auch in einem Behältnis an der Stange angebracht werden oder direkt in die Legenester eingebracht werden.

Bitte verteilen Sie die gesamte Packung. Sie können die Nützlinge sowieso nach Erhalt nur wenige Tage aufbewahren, so dass ein "Einteilen" keinen Sinn ergibt. Im Gegenteil: Ohne Beute fressen sich die Raubmilben untereinander auf.

ACHTUNG:
Falls Sie bereits mit chemischen Milbenbekämpfungsmitteln gearbeitet haben, müssen Sie eine Wartezeit von mindestens 6 Wochen einhalten, bevor Sie Raubmilben ausbringen können. Stellen Sie bitte auch die Fütterung von knoblauchhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln ein, da dies die Wirksamkeit der Raubmilben beeinträchtigen kann.

Sollte der Blutmilbenbefall bereits sehr stark sein, sollten Sie einen Tierarzt befragen, ob ein Einsatz von Raubmilben noch erfolgversprechend ist. Unter Umständen kann bei akutem Anfangsbefall der Behandlungserfolg mit Nützlingen ausbleiben.


Ausführung

Raubmilben in einem wasserspeicherndem Trägermaterial (Torf-Vermiculite)

Fragen und Antworten zu Raubmilben

http://www.avianvaccinexperts.de


Unterstützende Behandlung der Tiere


Unterstützende Behandlung

 

Es ist wichtig, die rote Vogelmilbe in ihren Nestern und Verstecken zu bekämpfen. Daneben ist es jedoch auch angeraten, die bereits eingetretenen Schäden bei den Vögeln (Blutarmut, Anämie, Mineralstoff- und Amionosäurenverlust, Schädigung des Immunsystems) unterstützend zu behandeln.

 

 Was können Sie dafür tun?

Blutarmut, oft sichtbar an hellen, blassen Kämmen und Kopfanhängen, aber auch an blasser Haut, allgemeiner Apathie und vereinzelten Todesfällen, verlangt die schnelle und gezielte Versorgung mit bioverfügbarem Eisen.

Eisen ist Bestandteil zahlreicher körpereigener Verbindungen, die Sauerstoff oder Energie übertragen. Das Zentralatom des roten Blutfarbstoffes ist Eisen. Es verbindet sich mit Sauerstoff und transportiert ihn zu den Körperzellen. Im Muskel ist Eisen Bestandteil des "Sauerstoffspeichers" und maßgeblich an der inneren Atmung beteiligt.AVX Ferro ist ein flüssiges Ergänzungsfuttermittel zur gezielten und schnellen Substitution von Eisenmangel-Zuständen.

AVX-Ferro:  Eisen, wichtig bei der Blutbildung

 

Von besonderer Bedeutung (aber leider oft vergessen) ist es, das Immunsystem zu stärken. Es hat sich gezeigt, daß die ausreichende, schnelle Versorgung der Tiere mit verfügbaren essentiellen und nicht-essentiellen Aminosäuren zu geringem Abbau von Körpereiweiß, Verbesserung und Aktivierung der Immunantwort und schnellem Abklingen von Symptomen von Erkrankungen und Schwäche führt.

Proteine, auch als Eiweiße bezeichnet, erfüllen wichtige Funktionen im tierischen Körper. Sie sind Bestandteile fast aller Organe und regulieren als Enzyme den Stoffwechsel. Alle Proteine wiederum sind aus Aminosäuren zusammengesetzt.Zur Zeit sind mehr als 20 Aminosäuren bekannt, die für den Aufbau von Proteinen im tierischen Organismus benötigt werden. Die meisten davon kann der Körper selbst herstellen, einige jedoch nicht (diese werden als essentielle Aminosäuren bezeichnet).

Im Falle einer Infektion werden die verschiedenen Teile des Immunsystems aktiviert. Diese Aktivierung ist ein zehrender Prozess, das heißt, es werden vermehrt Aminosäuren benötigt, um die Abwehr aufrecht zu erhalten. Schnell übersteigt der Bedarf das Angebot aus dem Futter, und das Tier beginnt, Körpergewebe abzubauen, um daraus die Aminosäuren für das Immunsystem zu gewinnen.

Es ist klar - Körpermasse, welche das Tier im Krankheitsfall nicht verliert, muss nach Überwinden der Krankheit auch nicht wieder aufgebaut werden. Somit ist wichtig, die Tiere im Fall einer Erkrankung mit leicht verfügbaren (essentiellen) Aminosäuren zu versorgen.

AVX-Amin: Kleine Aminosäuren mit großer Wirkung

 

Streß und Krankheit verlangen den Einsatz von vitaminhaltigen Ergänzungs-futtermitteln. Wie bei den essentiellen Aminosäuren sind Vögel in Streßsituationen besonders angewiesen auf die Zufuhr von Vitaminen, vor allem den Vitaminen A, D, E, C und allen B-Vitaminen. Über das Trinkwasser geht das am einfachsten. Kranke Tiere trinken auch dann noch, wenn sie das Fressen bereits lange eingestellt haben.

 AVX-Vit: Der Extra-Stoß an essentiellen Vitaminen.

 

Quelle: http://www.avianvaccinexperts.de

 


Federlinge

 

Sie sind Plage für die Tiere und ihre Züchter und Halter. Für die Tiere, weil sie eine andauernde Belästigung darstellen, die bei extremem Befall zu Leistungsminderung und Folgeinfektionen führen kann. Für den Menschen, der sich um die Eindämmung oder in froher, aber falscher Hoffnung um ihre endgültige Tilgung aus dem Bestand bemüht und im nächsten Jahr feststellen muss: Die Federlinge sind wieder da.

 

Diese Winzlinge gehören zu den bestangepasstesten tierischen Parasiten. Die Federlinge gehören zu der Gruppe der Kieferläusen. Mit ihren gut entwickelten, beißenden Mundwerkzeugen, Mandibeln und Maxillen genannt, fressen diese Insekten Federn, Haare, Leder oder Holz, aber auch Hautschuppen und selten Blut. Ihre nächsten verwandten sind nämlich die Termiten, Holz-, Staub-, oder Bücherläuse.

 

Aus mehr als 100 000 Eiern, die ein Weibchen unablässig legen kann, schlüpfen kleine Larven, die sich in mehreren Häutungen im Abstand von zwei bis drei Wochen zu geschlechtsreifen Insekten entwickeln. Die Eier (Nissen) werden in Klumpen vor allen an Flaum- und Kleinfedern abgelegt. Kloake und Kehle sind bevorzugte Orte dafür. Die Nissen werden zumeist zwischen Federschaft und dem verkümmerten Afterschaft der Vögel abgelegt. Warmes und feuchtes Wetter begünstigt die rasche und zunehmende Vermehrung.

 

Die Anzahl der gelegten Eier und die relativ kurze Entwicklungszeit bis zur Geschlechtsreife liefern die Erklärung dafür, warum oft scheinbar explosionsartiger Befall festzustellen ist. Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier und über herumliegende Federn. Mehr als eine Woche ist ein Federling außerhalb eines lebenden Wirts allerdings nicht lebensfähig, da ihm die Körperwärme des Wirts fehlt. Bei Tauben kommen vor allem die schlanke Taubenlaus und die kleine Taubenlaus, bei Hühnern die braune Hühnerlaus, die Flaum- und die Flügellaus vor. Auch Fasane, Perlhühner, Truthühner, Gänse und Enten sowie Pfauen haben spezifische Federlinge. Nur wenige Arten kommen bei verschiedenen Wirtsarten vor, die meisten sind an einen Wirt angepasst.

 

Weil es nicht gelingt, Geflügel völlig oder gar dauerhaft von diesen Parasiten zu befreien, müssen alle Bekämpfungs-maßnahmendarauf gerichtet sein, den Befall in niedrigsten Grenzen zu halten. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die in Abständen immer wieder angewendet müssen. Einsichtig ist auch die Regelung der AAB, dass Untermieter beherbergende Tiere, die ihre Nachbarn mit Federlingen "versorgen können", auf Ausstellungen mit "ohne Bewertungsnote (o.B.)" eingestuft werden. Sie sollten allerdings sofort behandelt oder entfernt werden. Ausstellungstiere sind vor dem Ausstellen auf Federlinge und andere Parasiten zu kontrollieren. Bei Befall ist das Tier nach dem Einsprühen in einem Käfig mit freier Luftzirkulation zu setzen.

 

Die Grundformen ihrer Bekämpfung bzw Reduzierung sind optimale Haltungsbedingungen in Form von Stall- und Schlaghygiene, das heißt Vermeidung von Überbesatz, ausreichende und regelmäßige Lüftung und Reinigung sowie Befallskontrolle. Jeder Überbesatz wie herumliegende Federn stellen eine Gefährdung dar.

 

Spezielle Maßnahmen konzentrieren sich auf Staub- und Wasserbäder. Staubbädern beim Huhn können zerstoßene Tabakblätter, Blätter von Herbstastern oder Lavendel sowie zur Behandlung zugelassene Insektiziede beigefügt werden. Mehrmaliges Pudern der befallenen Tiere mit Insektizieden tut ein übriges. In Brut- und Legenestern können präventiv wirkende Pflanzenteile wie Walnussblätter, Lavendel, Herbstastern- oder Tabakstängel eingebracht werden. Bei Hühnern und Tauben verbietet sich das Besprühen von Nestern mit nicht zugelassenen Insektizieden.

 

Zugelassene Insektiziede, die vergast, versprüht, vernebelt oder verstäubt werden, können in Schlägen und Ställen zur Reduzierung des Befalls und der Vermehrung eingesetzt werden. Dabei empfiehlt es sich zwei Aktionen zu starten und zwar je eine im Frühjahr und  im Herbst. Wichtig ist dabei, Ställe und Schläge nach der Maßnahme sofort und ausreichend zu belüften.

 

Solche Maßnahmen sind wegen der Vermehrungseigenheiten der Federlinge im acht- bis zehntägigem Abstand zu wiederholen. Kontaktmöglichkeiten zwischen Jung- und Alttieren sind zu vermeiden.

 

 In Ställe und Schläge können Bündel von Lavendel gehängt werden, die lange ihre ätherischen Öle abgeben, wiel Lavendel sich getrocknet als hygroskopisch erweist. Bei Badezusätzen ist größte Vorsicht geboten, da die Mittel, unkontrolliert aufgenommen, gesundheitsschädlich sind. Dem kann mit Tauchen des Ganzkörpers bei freibleibendem Kopf in nach Vorschrift verdünnte Lösungen abgeholfen werden.

 

Zusätze von Kochsalz oder Essig sind oft angewandte, probate Mittel. Auf zehn Liter Badewasser können ein gehäufter Esslöffel Salz oder 40 Mililiter Essig zugegeben werden. Insektizide Tropfmittel in den Nacken haben sich bewährt, sind aber bei großen Beständen wie auch das Einsprühen der Unterflügel, Unterschwänze und des Vorderhalses ein aufwendiges Verfahren. Der Tropfen muss auf möglichst viel Hautfläche fallen, um resorbiert werden zu können. Über Federn kann er noch beim Putzen verteilt werden. Leider sind orale Mittel auf der Basis Ivermectin, die sich als langwirkend erweisen, bei Geflügel nicht zugelassen

Federlinge – nicht so niedlich, wie der Name hoffen lässt

 

Eine weitere Art der Quälgeister sucht die Hühner häufig heim: die Federlinge oder Federläuse. Sie „knabbern“ an den Federn, von denen sie sich ernähren und sind dadurch im Spätstadium vergleichsweise einfach zu erkennen: sie hinterlassen bei stärkerem Befall dreiecksartig angekerbte Federn und sitzen direkt am Kiel und am Federschaft. Besser ist es freilich, die Parasiten vor dem das Gefieder stark beeinträchtigenden Befall zu erkennen: betroffene Hühner sind zumeist von Unruhe geplagt, verlieren den Federglanz und entwickeln zunehmend struppig wirkendes Gefieder. Federlinge sind eine wirtsspezifische Ungezieferart, die sich selbst auf ihrem Wirtstier noch weiter spezialisieren kann: so wie die Läuse beim Menschen gleicht sich der Parasit seiner jeweiligen Federumgebung etwas an. Landläufig sind die Federlinge aber als kleine, flinke und helle Insekten bekannt, die einen Vermehrungszyklus von etwa drei Wochen haben. Dieser findet ausschließlich auf dem Wirtstier statt.

 

Krankheitsbild und Folgen

Durch das beeinträchtigte Federkleid sind die Hühner nicht mehr optimal gegen die Witterung geschützt und erleiden zudem entsprechenden Juckreiz durch die auf der Haut herum krabbelnden Parasiten. Die Folge des zerstörten Federkleides sind Unterkühlung, Erkältung (als Folge durch das Federkleid durchdringender Nässe) und stressbedingte Immunschwächung.

 

Prävention gegen Federlinge

Neben einer entsprechenden vorbeugenden Stallhygiene hilft, wie auch gegen Milben, gegen Federlinge ein tägliches Sandbad, das im Idealfall mit Kieselgur angereichert wird.

Da sich die Parasiten durch den direkten Kontakt übertragen, ist es zudem sinnvoll, einzelne Hühner gegebenenfalls zu isolieren. Bei durch andere Erkrankungen bereits geschwächten Hühnern ist es angeraten, den Kontakt zu Wildvögeln zu vermeiden, indem der Auslauf auf einen Volierenbereich reduziert wird.

Hilfreich ist es in Bezug auf die direkte Übertragung auch, herumfliegende Federn regelmäßig zu entsorgen und den Parasiten dadurch ihren Nährboden und die Möglichkeit zur Weitervermehrung zu entziehen. Da diese aber ausschließlich auf dem Wirtstier leben können, muss der weitere Stallbereich im Gegensatz zur Notwendigkeit bei Milbenbefall nicht desinfiziert oder physikalisch gereinigt werden.

Auch kann vorbeugendes Einpudern der Hühner mit Kieselgurstaub einen starken Befall verhindern helfen. Haben die quälenden Federlinge bereits Einzug gehalten, stehen dem Halter weitere Maßnahmen zur Verfügung.

 

Akuthilfe gegen Federlinge

Haben sich die Federlinge (oder Kieferläuse) bereits niedergelassen, stehen dem Hühnerhalter dennoch vergleichsweise unproblematische und schnell wirksame Mittel zur Verfügung, um den Hühnern das Leben wieder angenehmer zu gestalten: Grundsätzlich besteht auch bei Federlingen die Strategie darin, das Wohnumfeld ungemütlich zu machen. Hierbei hilft eine Schicht aus Kriechöl auf der Hühnerhaut. Geeignet hierfür sind Ballistol oder Kokosölderivat (ein Handelsname: Verminex, bestehend aus Laurinsäure). Ist der Befall vergleichsweise stark, kann auch das für Kaltblüter schädliche Kontaktgift des Neemöl zurückgegriffen werden. Dieses unterbricht neben der direkten Wirkung auf die Parasiten auch deren Vermehrungszyklus, indem es den Chitinstoffwechsel der frisch geschlüpften Federlinge auflöst. So erreichen diese nicht mehr die Vermehrungsreife, der Befall wird etwa binnen zehn Tagen eingedämmt, sofern man das Öl alle drei Tage auf die Hühner versprüht. Wichtig ist, nie das 100%-Öl zu verwenden. Neben fertigen Präparaten kann eine 5%ige Mischung zum Versprühen selbst hergestellt werden. Hierzu benötigt man ein reines Neemöl, einen Emulgator und eine Trägersubstanz. Beim sofortigen Verbrauch und dunkler, kühler Lagerung (die Neem-Moleküle zerfallen bei UV-Licht und büßen dadurch Wirkung ein) kann hierfür Wasser genommen werden.

Erfahrene Halter bestätigen, dass die Neemöl-Lotion sich auch positiv gegen Zecken und die sogenannte Herbstgrasmilbe auswirkt. Diese wiederum kann bei Hühnern zu den gefürchteten Kalkbeinen führen.

Hilft auch die Neemlösung nicht, muss in Einzelfällen auf die stark wirkenden Kontaktinsektizide mit Pyrethrum zurückgegriffen werden. Je nach Dosierung sind diese aber auch für Warmblüter schädlich, weswegen deren Einsatz besonderer Vorsicht bedarf.

Quelle: Huehner-Hof.com

 

Auch Federlinge Opfer der Dutchy‘s®

 

Der Verdacht bestand bereits seit längerer Zeit, aber nun ist klar, dass die Federlinge ebenfalls durch die Raubmilben bekämpft wird. Von Anfang an meldeten Benutzer von Dutchy’s® positive Erfahrungen bei der Bekämpfung von Federläusen bei Geflügel,Tauben und Volierenvögeln.

Es war jedoch nicht klar, wie sich ein Einsatz genau auswirkte. Eigentlich wissen wir es heute noch nicht genau, aber es sieht danach aus, als ob die Raubmilben die Federlaus in ihren diversen, sich außerhalb des Vogels abspielenden Lebensphasen, bekämpften. Die Larven und Nymphenstadien dieser Laus verstecken sich aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls in den Spalten und Ritzen des Käfigs oder Stalls und fallen dort den Dutchy’s® zum Opfer.

 

Die Federlaus (Menacanthus stramineus) schadet dem Federkleid, das bei Jungvögeln noch nicht voll entwickelt ist. Wenn die Federn sich später entfalten, sind sie angefressen und der Schaden ist nicht mehr zu beheben. Durch ihre versteckte Lebensweise ist die Federlaus ein lästiger Parasit, der jedes Jahr bei vielen Liebhabern von Vögeln und Geflügel für Probleme sorgt. Menschen, die mit diesem Befall konfrontiert werden, sollten Dutchy’s® in nicht zu hoher Dosierung ausbringen. Wird ein Befall festgestellt, so sollte bei der Ausbringung vorgegangen werden, wie in den Gebrauchsanweisungen beschrieben.

 

Einsatz von Knoblauch

Es wurde festgestellt dass die Zugabe von Knoblauch zum Futter für die Entwicklung der Raubmilben schädlich sein kann. Tests und Proben haben nachgewiesen, dass die Blutmilbe und die tropische Vogelmilbe davon nicht beeinträchtigt werden, die Raubmilben jedoch empfindlich darauf reagieren. Bei diversen Abnehmern wurde nach der Anwendung von Knoblauch eine geringere Wirkung von Dutchy’s® wahrgenommen, so dass von dessen Einsatz abgeraten wird.



Bekämpfung


Dutchy‘s® / Raubmilben

www.refona.nl

www.brieftaubenshop.de

Frontline
Wirkung:
Frontline ist wirksam gegen Flöhe,Läuse,Zecken,Milben,Federlinge.

Langzeitschutz: sehr gut, angegeben bis zu 4 Wochen, nach eigenen Erfahrungen bis zu 3 Monate

 

Anwendungsgebiete:
Ektoparasitenbefall.

Umgebungsbehandlung:
Schlag,Voliere,Zellen und Nester.

Frontline ist:
sehr gut hautverträglich, ungiftig für Mensch und Tier,nicht mutagen,nicht teratogennicht allergisierend,nicht photosensibilisierend

 

Die Tiere werden alle einzeln mit Frontline besprüht oder betreufelt. Bitte unbedingt auf die Haut aufbringen und nicht auf die Federn.

 

Merial Frontline® Spray enthält als Wirkstoff Fipronil, und ist nur zulässig zur Verwendung bei Tieren, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen. So dürfen z.B. keine Hennen behandelt werden, deren Eier verzehrt werden sollen. Die Wirkung von Frontline© Spray hält 4 Wochen lang an. Die genaue Dosierung entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel. Wir geben auf unsere Serama 1-2 Pumpstöße.

 

Wenn es getropft wird:

Alle Tiere bekommen, ein bis zwei Tropfen Frontline in den Nacken auf die Haut. Da von Frontline verschiedene Produkte angeboten werden, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass es Frontline für Katzen sein muss. Dieses Mittel wird als dreier oder sechser Pack angeboten. Es ist beim Tierarzt, in der Apotheke oder im Internet zu bekommen. Zum Auftragen wird eine Einwegspritze mit einer dünnen Nadel verwendet. Damit kann Frontline sehr gut dosiert werden. Es kann grundsätzlich zu jeder Zeit angewandt werden, sogar bei den Jungtieren, die erst eine Stunde alt sind.

 

Agrinova Milbenfrei

Natürliches Präparat gegen die Rote Vogelmilbe, Haarlinge, Federlinge, Flöhe und sonstiges kriechendes Ungeziefer in der Tierhaltung, in Stallungen und in Räumen.

Bezugsquelle: www.agrinova.de


Wirkungsweise

Agrinova Milbenfrei /Flohpuder erfasst sämtliche kriechenden Insekten und Spinnentiere. Neben der Roten Vogelmilbe wirkt das Stäubepräparat z.B. auch gegen Flöhe, Tierläuse, Wanzen, Federlinge, Hühnermilben, Haarlinge, Ameisen oder Kakerlaken. Bei Kontakt der Insekten mit dem Silikatstaub findet eine Anlagerung vor allem in den Gelenkspalten der kriechenden Arthropoden statt. Die Silikatpartikel zerstören die verdunstungshemmende Wachsoberfläche und wirken stark schmirgelnd und adsorbierend. Durch feine Verletzungen der Wachsschicht kann die Körperflüssigkeit austreten und die Arthropoden sterben binnen kurzem durch Austrocknung ab. Aufgrund der bio-physikalischen Wirkungsweise und der raschen Reduktion des Vermehrungspotentials kann die Entstehung von Resistenzen ausgeschlossen werden. Bereits resistente Stämme lassen sich ohne Einschränkungen wirksam bekämpfen.

Einsatzorte

Agrinova Milbenfrei /Flohpuder wird an den Versteck- und Aufenthaltsplätzen der Ungeziefer eingesetzt, ohne die Haus- bzw. Nutztiere selbst zu behandeln. Schlafplätze, Legenester und sonstige Versteckplätze der Parasiten werden direkt bestäubt, Verschalungen sollten zugänglich gemacht und gründlich behandelt werden. Auch Unterseiten von Sitzstangen etc. nicht vergessen! Agrinova Milbenfrei sollte in der Geflügelhaltung im gesamten Scharr-Raum ausgebracht werden.
Kieselgur ist als (Bio-)Lebensmittel-/Futtermittelzusatzstoff zugelassen.
 

Aufwandmenge und Ausbringungstechnik

Auf den behandelten Flächen sollte überall ein gleichmäßiger weißer Belag sichtbar sein. In der Legehennenhaltung entsprechend der Befallsstärke und des Verschmutzungsgrades ca. 20 g/mbei Bodenhaltung und ca. 30g/mbei Käfighaltung (abhängig von der Anzahl der Käfigreihen) ausbringen. Bei großflächigen Anwendungen werden geeignete kompressorbetriebene Stäubepistolen, bei kleinflächigen Anwendungen handbetriebene Balg- oder Pump-Stäubegeräte zur Ausbringung eingesetzt.
Während des Stäubevorgangs sollten vorhandene Entlüftungen so lange ausgeschaltet bleiben, bis sich der Präparatstaub gesetzt hat (ca. 1 Std.).


Fiese Endoparasiten: Würmer!


Nicht nur von außen werden unsere Hühner durch Parasiten geplagt, auch innerlich tut sich das eine oder andere Getier gerne gütlich.

An vorderster Stelle steht hier als eines der häufigsten Probleme in der Freilandhaltung von Hühnern die Würmer. Denn Würmer vermehren sich auch außerhalb ihrer späteren Wirte, Bandwürmer zum Beispiel in Schnecken, als Zwischenwirt. Aber auch Haarwürmer, Spulwürmer und Hakenwürmer, können sich massiv auf die Gesundheit der Hühner auswirken.

Auch können die Eier vieler Wurmarten im Boden lange überleben – bei besonders starkem Befall müssen also nicht nur die Tiere, sondern gegebenenfalls auch die Lebensumgebung der Hühnerherde behandelt werden.


Hiweise auf Würmer

Wenn Würmer, zum Beispiel Spulwürmer oder Fadenwürmer, bereits im Kot sichtbar sind, kann man von einem Befall ausgehen, der nicht nur ein einzelnes Huhn, sondern den gesamten Bestand betriff. Dies bedeutet, dass alle Hühner einer Herde konsequent entwurmt werden müssen. Einige Wurmarten, wie zum Beispiel den gefürchteten Luftröhrenwurm, erkennt man aber auch am Verhalten der Hühner: wenn sie nach Luft schnappen, abmagern und insgesamt schlapp wirken, kann dies ein Hinweis auf Luftröhren- oder gar Lungenwürmer sein. Vor allem, wenn im Kot zunächst keine Auffälligkeiten sind, die Hühner aber dennoch entkräftet sind, muss man als Halter an diese Gefahr denken. Bei längerfristigem Befall durch diese Wurmart zeigt sich dann auch bei den betroffenen Hühnern blutiger Kot und eine Substanz, die wie rosafarbene Schleimhautfetzen wirkt.


Vorbeugende Maßnahmen gegen Würmer

Präventiv hilft gegen Würmer bei Hühnern vor allem ein gutes Freilauf- und Auslaufmanagement. Neben der Möglichkeit, durch Wechselweiden den Boden frisch und den Infektionsdruck gering zu halten, besteht eine Maßnahme darin, hartnäckig an der Schneckenbekämpfung zu bleiben. Da einige Hühner diese gern fressen, nehmen sie so auch in hohem Maße Wurmeier zu sich, was es zu vermeiden gilt. Ideal ist es zudem, wenn die Hühner möglichst wenig Kontakt mit ihren eigenen Ausscheidungen haben und der Stall häufig gereinigt wird. In Bezug auf die Fütterung empfiehlt sich als vorbeugende Maßnahme gegen Wurmbefall, regelmäßig Knoblauch und Oregano zu füttern. Auch eignet sich eine Apfelessigbeigabe im Trinkwasser dazu, das Millieu im Hühnerdarm für Würmer uninterssant zu machen.

 

 Akutmaßnahmen bei Wurmbefall der Hühner

Sind die Hühner bereits erkrankt, muss man als Halter abwägen, wie massiv der Befall bereits ist und gegebenenfalls mittes einer Stuhlprobe festellen lassen, um welche Wurmart es sich handelt. Je nach Schweregrad des Wurmbefalls kann man es dann entweder mit den unter den Präventivmaßnahmen angeführten Mitteln versuchen, oder man greift zu Pharmazeutika, den sogenannten Anthelminthika – Entwurmungsmitteln und Wurmkuren aus dem Fachhandel oder vom Tierarzt. Von vorbeugender Entwurmung mit einer sogenannten Wurmkur raten viele Hühnerzüchter ab, da hierbei die Gefahr zu bestehen scheint, dass auch die Würmer Resistenzen entwickeln. Zudem schwächen viele Wurmkuren für Hühner deren Immunsystem, sodass die Tiere anderweitig erkranken oder die Legeleistung gesenkt wird. Neben der Gabe von Medikamenten ist es bei Wurmbefall wichtig, auch den Auslauf gegebenenfalls zu desnfizieren, was durch das Ausbringen von Sumpfkalk geschehen kann. Dabei gilt es aber zu bedenken, dass das Gelände nach der Reaktion des Kalks mit Feuchtigkeit eine gewisse Zeit braucht, um sich zu erholen. Für die Hühner ist der Bereich nicht zuletzt deswegen, weil der Sumpfkalk extrem ätzend ist, für etwa vier Wochen tabu. Eine Desinfektion und penible Reinigung der Futtergefäße und Tränken muss mit den oben genannten Maßnahmen einher gehen.

 

Medikamente

Antheliminthikum: An Wurmkuren gibt es unterschiedlichste Präprate. Zugelassen ohne Wartezeit auf Eier sind Solubenol und Flubenol mit dem Wirkstoff Flubendazol, die über den Tierarzt zu beziehen sind. Er verordnet dann die richtige Dosierung oder gibt Hinweise. Auch wird das sogenannte Ivermectin und die Substanz Concurat nach wie vor unter Züchtern eingesetzt, beide sind aber für Geflügel nicht zugelassen, sondern werden in der regel bei Schwein oder Rind angewendet. Eine Anwendung bringt in beiden Fällen eine nötige Wartezeit der tierischen Produkte von einem Monat mit sich. Auch gibt es pflanzliche Mischungen, die präventiv und im Akutfall wirken sollen. Sie enthalten zumeist Kräuter wie Beifuß, Wermut und Thymian, die aber nicht selbst zusammengemischt werden sollten, da einige von ihnen bei Überdosierung schädlich auf Hühner wirken können.

1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.