Impfungen


Inhaltsverzeichnis

  • Thema Impfungen
  • Informationen zur Newcastel Disease Krankheit
  • Broschüre vom MSD Tiergesundheit Impfungen von Rassegeflügel

Thema Impfungen

 

Das Thema Impfungen ist ein nicht unumstrittenes Thema über das Hühnerhaltern und Züchtern stets diskutieren. Einige sind der Meinung impfen sei absolut unnötig und sie könnten durch Nicht-impfen und die darauf folgende natürliche Auslese vitalere Tiere züchten. Sicherlich sind die grossen Ausfälle durch Krankheiten wie Marek oder Kokzidiose (durchschnittlichen Todesrate um die 80%) die Ausnahme. Aber gerade wenn die Zucht größer wird und man relativ viele Zu- und Abgänge hat und dann noch einige Ausstellungen im Jahr hat, so erhöht sich die Gefahr einer Infektion ständig. Viele Züchter, greifen daher auf die Möglichkeit zurück ihren Bestand vor einem solchen, aus züchterischer Sicht, Horrorszenario, zu schützen.

 

In Deutschland ist die Impfung gegen die A-typische Geflügelpest (Newcastle Disease) eine PFLICHT Impfung. Dies gilt auch für Privat- und Hobbyhalter.  Jede weitere Impfung der Tiere liegt alleine im Ermessen eines jeden Tierhalters.

 

Impfstoff bekommen Sie über Ihren Tierarzt.

Wichtig !   Jedoch nur von Tierärzten, die auf Geflügel spezialisiert sind.

 

In wie weit der entsprechende Tierarzt bereit ist die Impfdosen einzeln zu verkaufen, müssen Sie bitte mit ihm absprechen. 

Eine ganze Packung reicht für 2,5 Jahre und kostet um die 85€ beim Tierarzt. 1 Ampulle reicht für 1000 Hühner.  Vielleicht können Sie sich in Sachen Impfungen auch Ihrem örtlichen Geflügelverein anschließen.

 

Unsere Mitglieder im Geflügelzuchtverein bekommen den Impfstoff über den Verein. Es werden jedes Jahr vierteljährliche Termine festgelegt . Die Impfung erfolgt über das Trinkwasser. Es wird 1 Ampulle auf 10 Liter Wasser angemischt. Dies reicht für eine Impfung von 1000 Tieren. Jeder bekommt die Menge an Flüssigkeit zugeteilt die er für seine Anzahl der Tiere benötigt. Wichtig ist auch zu Wissen, dass der Impfstoff nachdem er angemischt wurde, innerhalb von 2 Std. über das Trinkwasser verabreicht werden sollte. Anschließend ist er wirkungslos.

 

 

 

Ein kompletter Impfplan kann wie folgt aussehen:

Alter

Impfung gegen

Impfstoff

Verabreichungsart

1.Tag

Marek'sche Hühnerlähme

Rispens-Impfstoff

Injektion

5.-9.Tag

Coccidiose

Paracox

Wasser

14. Tag

Newcastle

Hitchner B1

Wasser

21. Tag

Gumboro (Infektiöse Bursitis)

 

Wasser/Spray

28.Tag

Infektiöse Bronchitis I

H 120

Wasser

7. Woche

Newcastle

La Sota

Wasser

7.Woche o. älter

Infekt.Laryngotracheitis

 

Augentropfen oder Wasser

10.Woche

Infektiöse Bronchitis II

H 52

Wasser

18.-22. Wo.

Newcastle

La Sota

Wasser

     

dann: alle 3-4 Monate

 

oder:

Adsorbatvacz.

Injektion i.m.

       

 

Die wichtigsten Impfungen sind Mareksche Lähme, Kokzidiose, IB und natürlich Newcastle Disease.



Von geimpften Tieren geht, trotz kursierender Gerüchte, keine Gefahr für ungeimpfte Tiere aus. Es ist auch nicht nötig die Küken von geimpften Elterntieren weiter zu impfen, wenn man dies nicht möchte.

 

 

Anmerkungen zur Kokzidiose-Impfung

 

Die Kokzidiose ist eine Krankheit, die durch einzellige Darmschmarotzer verursacht wird. Diese Krankheit wird weltweit beobachtet und wird wahrscheinlich nie verschwinden, da die Parasiten extrem widerstandsfähig sind. Diese Parasiten werden beim Picken aufgenommen und vermehren sich in den Darmzellen. Danach werden sie wieder in Form von Oozysten (Eier) ausgeschieden.

 

Da die Parasiten beim Picken aufgenommen werden, betrifft diese Krankheit in den allermeisten Fällen Tiere, die in Bodenhaltung gehalten werden. Durch ihre Vermehrung zerstören die Parasiten die Darmzellen und verursachen Durchfall. Dieser kann zum Tod der Tiere oder zur schlechteren Nährstoffaufnahme sowie zu schlechterer Befiederung und Lauffärbung führen.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungszeiten der Kokzidien tritt die Krankheit in verschiedenen Altersstufen auf. Eimeria acervulina und Eimeria tenella werden meistens in der Aufzucht zwischen der 4. und 7. Woche beobachtet. Andrer Kokzidien-Spezies (E: necatrix und E. brunetti) entwickeln sich viel langsamer und treten in der Regel nicht vor der 10. Woche auf.

 

Besonders empfindlich gegen Kokzidiose sind die Tiere wieder beim Legebeginn. Vor allem wenn Tiere verschiedener Altersgruppen zusammengehalten werden, besteht ein hohes Risiko einer Kokzidiose, da der Infektionsdruck im Laufe der Zeit für die jüngeren Küken zunimmt.

 

Zur Behandlung einer bereits ausgebrochenen Kokzidiose sind einige Tierarzneimittel zugelassen (Toltrazuril, Sulfonamide). Hierbei ist aber eine Wartezeit einzuhalten und bei legenden Tieren sind die gar nicht zugelassen.

 

In letzter Zeit werden immer mehr Produkte auf Kräuterbasis angeboten. Diese Mittel können zur Vorbeugung mituntersinnvoll sein, da sie die Darmstabilität erhöhen und das Tier allgemein widerstandsfähiger gegen Krankheiten machen. Bei Versuchen unter kontrollierten Bedingungen konnte jedoch keine direkte Wirkung auf Kokzidien festgestellt werden.

 

Es ist zwar möglich, in der Aufzuchtperiode die Tiere durch chemische Zusatzstoffe oder Arzneimittel zu schützen bzw. zu behandeln, aber gegen Kokzidien, die beim Legebeginn auftreten, ist kein Arzneimittel zur Behandlung mehr erlaubt. Auch wenn Zuchttiere und Küken zusammen in einem Bestand gehalten werden, dürfen diese Mittel nicht angewendet werden. Deswegen ist es besonders wichtig, dass die Tiere einen aktiven lebenslangen Schutz entwickeln und erst gar nicht erkranken können. Dies wird durch eine einmalige Impfung im Kükenalter erreicht. Das Prinzip beruht auf der Feststellung, dass Tiere, die eine Kokzidiose überstanden haben, eine lebenslange Immunität gegen diese Kokzidien-Art besitzen.

 

So wird dem Tier in den ersten Lebenstagen eine geringe, kontrollierte Menge von lebenden, abgeschwächten ("wenig krankmachenden") Kokzidien verabreicht. Der Impfstoff enthält alle Kokzidien-Spezies, die für Hühner von Bedeutung sind.

 

Diese Impfkokzidien kommen auch in der Natur vor und wurden nur für den Impfstoff auf Grund ihrer Eigenschaften ausgewählt. Die Impferreger sind so abgeschwächt, dass sie dem Tier keinen Schaden zufügen, sich aber bei der Impfung so stark vermehren, dass das Tier einen aktiven Schutz gegen die Kokzidien entwickeln kann.

 

Da die Stämme im Impfstoff sich wie normale Kokzidien vermehren, nur in in viel geringerem Umfang, reicht eine einmalige Impfung für eine lebenslange Immunität aus.

 

Bei der Impfung sind einige Punkte zu beachten:

 

- Der Impfstoff soll zwischen dem 1. und 9. Lebenstag eingesetzt werden. Es ist dabei sehr wichtig, dass alle Tiere den Impfstoff gleichmässig aufnehmen.

 

- Das Futter darf keine Kokzidiostatika enthalten, da diese den Impfstoff abtöten würden.

 

- Der Impfstoff muss wieder aufgenommen werden können. Deswegen müssen die Tiere mit dem Kot in Kontakt sein. Bei Tieren, die in Käfigen oder auf Rosten gehalten werden, kann kein guter Impferfolg erreicht werden.

 

- So lange die Immunität entwickelt wird, sollten die Tiere nicht umgestallt werden. Sonst bleibt mindestens ein Teil des Impfstoffes in einem Stall und die Tiere kommen in einen anderen. Die Weiterentwicklung der Immunität ist dann fraglich. So verhält es sich auch, wenn die Einstreu gewechselt wird. Die Immunitätsentwicklung dauert ca. 5 bis 6 Wochen nach der Impfung.

 

Sowohl wegen der einmaligen Anwendung als auch wegen der hohen Wirksamkeit hat sich die Impfung als Wahl zur Vorbeuge der Kokzidiose bei Rassegeflügel etabliert.

 

Quelle: Geflügelzeitung

 

 

Mareksche  Lähme trotz Impfung?

Immer wieder erkranken Tiere an der Marekschen Lähme trotz Impfung. Gesprochen wird hier von der "inneren Erkrankung".

Hier ist zunächst einmal klar zu stellen, dass es verschiedene Formen dieser Erkrankung gibt:

  • Klassische Form:
    Zunächst wankender Gang, dann liegen die Tiere auf der Seite und strecken die Beine von sich. Die Tiere fressen zunächst normal weiter, soweit sie an Futter und Wasser gelangen können. Es ist ein längeres Dahinsiechen. Irgendwann sterben die Tiere dann.
  • Augenform:
    Die Pupille verändert sich. Die Ränder sind zackig und das Sehen wird deutlich eingeschränkt. Der Augennerv ist geschädigt und führt zur Erblindung.
  • Hautform
    Ganze Partien der Haut werden durch den Federausfall kahl. Die Federfollikel sind deutlich vergrößert und gerötet.
    Diese Form ist beim Rassegeflügel selten. Meistens tritt sie in Mastbeständen auf.
  • Tumoröse Form:
    Äußerlich ist oft nichts an den Tieren erkennbar. Die Tiere magern ab und verenden. Eine Sektion ergibt, dass sich an einem Organ ein Tumor befindet. Dieser Tumor liegt häufig am Darm, am Drüsen- und Muskelmagen. Hierdurch können dem Körper nicht genügend Nährstoffe zugeführt werden, so dass die Tiere stark abmagern und sterben. Die tumoröse Form ist inzwischen die häufige Form der Marekschen Krankheit.

Ursächlich für die Erkrankung ist ein Herpesvirus. Dieses Virus (Feldvirus) kann im Staub, der sich in den kleinsten Ecken im Stall befindet, bis zu 4 Monate ansteckungsfähig überleben. Selbst mit gründlicher Reinigung und Desinfektion ist man nicht sicher, dass eine Ansteckung der Küken nicht erfolgt, da das Virus irgendwo im Bestand noch vorhanden ist.

"Meine Küken sind aber doch geimpft!" Dieses ist dann oft eine fast schon fragende Antwort der Züchter. Stellt man die Frage, mit welchem Impfstoff die Impfung erfolgt ist, so wird oft gefragt: "Wie, gibt es denn da mehrere Impfstoffe?"  Die nächste Frage von mir ist dann: "Wie wurde der Impfstoff denn gelagert, im Kühlschrank oder im Stickstoffbehälter bei ca. -170° C?" Die Antwort: "Im Kühlschrank.". Jetzt ist klar, dass mit dem PHV-Impfstoff (Putenherpesvirus) geimpft wurde.
Dieser Impfstoff neigt leider dazu, maternale Antikörper (mütterliche Antikörper) zu bilden. Das heißt dem Küken werden Antikörper über das Brutei mitgegeben. Dieses ist natürlich nicht unbedingt schlecht. Das Küken hat dann aber einen so hohen Titer (Antikörperstand) beim Schlupf, dass die am 1. Tag mit dem abgeschwächten Putenvirus erfolgte Impfung wirkungslos bleibt. Einfach gesagt: Die Antikörper zerstören die Impfviren und es erfolgt nicht der Aufbau eines Impfschutzes. Die Antikörper reichen aber nicht aus, das Küken vor einer Infektion durch das im Bestand vorhandene Marekvirus (Feldvirus) zu schützen und es infiziert sich.

 

Deshalb erkranken dann später die Jungtiere trotz erfolgter Impfung!

Was ist nun zu tun?

Seit einigen Jahren gibt es den Rispens-Impfstoff, der nicht zur Bildung mütterlicher Antikörper neigt.
Es sollte generell mit diesem Impfstoff geimpft werden.

Aber hier gibt es für uns kleinen Hobbyzüchter ein großes Problem. Die Kühlkette bei der Lagerung dieses Impfstoffes in Stickstoff darf nicht unterbrochen werden, denn dann ist der Impfstoff wertlos.

Kleine Tierarztpraxen oder Praxen, die keine Geflügelbestände betreuen, tun sich bei der Beschaffung dieses Impfstoffes schwer. Oft ist es dann auch für den Züchter nicht mehr bezahlbar.

Ideal ist es, wenn eine Praxis im näheren Bereich ist, die Brütereien betreut, und man sich den dortigen Impfterminen anschließen kann. Die Schlupftermine hiernach zu planen, dürfte nicht das Problem sein.

Grundsätzlich wäre es sinnvoll, sich auf zwei Schlupftermine zu beschränken, so dass generell auch ein weiteres Impfprogramm im Bestand einfacher zu händeln ist.

Fazit:

Bei Marekerkrankungen im Bestand wird nur die Impfung mit dem Rispens-Impfstoff den jährlich wiederkehrenden Ärger verhindern.

 

 

Quelle: Hermann Kampers
(http://www.taubenbacks.de/produkte/Produkte_Gefluegel/mareksche%20laehme.html)

 

Sehr interessant auch der Bericht über Marek in Rubrik Krankheiten


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Informationen zur Newcastel Disease Krankheit
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Broschüre von MSD Tiergesundheit Impfungen bei Rassegeflügel

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1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.