Angora weiß BlA (Blauauge)



Unsere Zuchttiere


Wir haben zur Zeit 4 Böcke und 6 Häsinnen in unserer Zucht.

Die Tiere wurden auf Ausstellungen präsentiert und haben sehr gute Bewertungen erhalten.

Wir werden unsere Tiere auch in Zukunft auf Ausstellungen präsentieren und bewerten lassen.


Böcke


H274  362

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2015

Einstein Junior

 

Der Bock stand auf der Kreisschau des KV Hochtaunus 2016

 

Gewicht: 4,4 kg

Gesamturteil: vorzüglich 97,0 Pkt.

 

HJ274  472

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

Der Bock stand auf der Bundesschau 2017 in Leipzig

 

Gewicht: 4,3 kg

Gesamturteil: vorzüglich 97,0 Pkt.

 

HJ274  474

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

Der Bock stand auf der Bundesschau 2017 in Leipzig

 

Gewicht: 3,8 kg

Gesamturteil: hervorragend 96,5 Pkt.

 

HJ274  4710

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

Der Bock stand auf der Bundesschau 2017 in Leipzig

 

Gewicht: 4,4 kg

Gesamturteil: vorzüglich 97 Pkt.

 


Häsinnen


H291  6620

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2016

Frau Mahlzahn

 

Tolle Häsin die jedoch wenn sie tragend ist und geworfen hat "sehr starke" Mutterinstinkte hat, die "Löwin" im Hasenstall..:-))

 

 

H291 6632

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2016

 

 

 

 

t.

 

HJ274  476

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

Die Häsin stand auf der Bundesschau 2017 in Leipzig

 

Gewicht: 4,1 kg

Gesamturteil: hervorragend 96,5 Pkt.

 

HJ274  477

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

Die Häsin stand auf der Bundesschau 2017 in Leipzig

 

Gewicht: 3,9 kg

Gesamturteil: hervorragend 96,5 Pkt.

 

HJ274  4713

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

 

 

Gewicht: 3,9 kg

 

 

HJ274  4714

Angora weiß BIA = Blauaugen aus 2017

 

 

 

 

Gewicht: 3,8 kg

 

 


Nachzucht 2016


Unserere ersten Angora Babys sind am 07.03.2016 geboren, Datum Foto: 28.03.2016

Der zweite Wurf hat am 14.05.2016 das Licht der Welt erblickt


Nachzucht 2017


Im Jahr 2017 hatten wir insgesamt 2 Würfe. Am 17. April kamen 8 Jungtiere zur Welt und am 18. April waren es 6 Jungtiere. Alle wurden bestens aufgezogen.


Ausstellung 2017

Bundesschau  Leipzig


Erfolge


"Kreismeister 2016"

Kreisschau Hochtaunus

"Deutscher Jugendmeister  2017" wurde meine Tochter Indira

Bundesschau Leipzig


Rassebeschreibung


Bei aller Faszination zu diesen Tieren, möchten wir darauf hinweisen, dass dies keine Spieltiere für Kinder sind. Diese Tiere müssen alle 3 Monate geschoren werden. Eine Schur ist unbedingt notwendig, da die Hasen sonst wegen Überhitzung sterbern.

Die weißen Angorakaninchen mit den hübschen blauen Augen sind unter den Langhaarrassen im Standard des ZDRK eingeordnet.
 

Gewicht

Das Angorakaninchen hat ein Idealgewicht von 3,50 bis 5,25 kg. Das Mindestgewicht beträgt 2,50 kg.
 

Körperform, Typ und Bau

Der leicht gestreckte Körper des Angora sollte vorne sowie hinten gleich breit und hinten gut abgerundet sein. Es ist auf eine genügende Rumpfbreite zu achten. Durch die mittellangen, kräftigen Läufe wird eine mittelhohe Stellung hervorgerufen. Zur Beurteilung der Form ist das Kaninchen abzutasten, da eventuelle Fehler durch die Wolle verdeckt werden können.
 

Wolldichte und Wolllänge

Das Angora präsentiert sich mit einer Wolllänge von mindestens 6 cm, bei nicht geprüften Ausstellungstieren 3,5 cm. Die besonders dichte Unterwolle muss den Haarboden voll bedecken. Eine besondere Dichte des Wollvlies erhöht den Ausstellungswert des Tieres.
    

Ausgeglichenheit der Wolle 

Das Kaninchen muss eine gleichmäßige Dichte der Wolle am gesamten Körper vorweisen. Außerdem ist auf eine gute Behaarung der Ohren zu achten.
 

Wollstruktur

Die Wolle muss eine gute Struktur besitzen und darf nicht zur Filzbildung neigen. Sie setzt sich aus drei verschiedenen Haartypen zusammen: Dieses ist Unterwolle mit einem mittelfeinen, seidenweichen und regelmäßig gewellten Wollhaar mit einem seidigen Glanz, der gut ausgeprägte Grannenflaum mit feinen, grannenartigen Spitzen, der grober gewellt ist und letztendlich dem Grannenhaar, welches mit seinen kräftigen Grannenspitzen das Wollvlies überragt. Das Grannenhaar muss dabei gerade und stärker als das übrige Haar sein.
   

Rassemerkmale (Kopf- und Ohrenbehang, Behang der Läufe)

Die Angorakaninchen zeigen den typischen Backenbart und den Stirnbüschel. Wobei der letztere den Augen nicht verdecken darf. Zudem werden die Ohren an den Spitzen von den Ohrbüscheln geschmückt. Außerdem zählt der Behang an den Läufen zu den Rassemerkmalen.
 

Pflegezustand

Voraussetzung für die Bewertung der Kaninchen ist ein guter Pflegezustand. Das Fell und die Krallen sind frei von Stallschmutz. Die Ohren und der Geschlechtsbereich des Tieres sind sauber. Bei den weißen Angora wird in Position 7 auch die Farbe bewertet. Ein gelblicher Farbanflug im Geschlechtsbereich ist kein Fehler. Die Augenfarbe ist blau.

 

Es ist zu beachten, das die Angorakaninchen nicht gekämmt werden sollten. Ferner ist eine totale Schur der Tiere alle 3 Monate von Nöten. Die Tiere würden ohnen diese Schur überhitzen.

Geschichte



 

Die ersten Angora-Kaninchen wurden unter der Bezeichnung "Seidenkaninchen" 1723 von englischen Seeleuten aus Ländern am schwarzen Meer nach Bordeaux mitgebracht. Mitte des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Tiere nach Deutschland und erlangten in Oberfranken Verbreitung. Kein geringerer als Goethe förderte die Haltung der Angora in Thüringen. Ziel war es, der Landbevölkerung zu einem Zubrot zu verhelfen.

 

 Zuchtstand heute



Die Angora sind Wolltiere (wie die Schafe). Die Tiere werden mindestens alle drei Monate mit der Handschere oder einer elektrischen Schermaschine geschoren. Die regelmäßige Schur ist zwingend nötig, um das Wohlbefinden der Tiere zu erhalten. Ohne Schur würden die Tiere die Futteraufnahme reduzieren und die verfilzende Wolle die Bewegungsfähigkeit der Tiere einschränken. Sehr kritisch wird in der Öffentlichkeit das im Ausland praktizierte "Rupfen" von Angora-Kaninchen beurteilt. Hierbei sollen den Tieren durch das Auszupfen Schmerzen entstehen. Dem Angora-Club sind in Deutschland keine Züchter bekannt, die Angora halten oder züchten, die gerupft werden. Auf Schauen können solche Tiere nicht gezeigt werden, da die Wollstruktur ganz von der deutschen Zuchtrichtung abweicht.

 

Bei Ausstellungen soll die Wolle mindestens 6 cm lang sein. In voller Reife ist sie über 10 cm lang. Die Unterwolle ist stark vorherrschend. Das zulässige Gewicht für Ausstellungstiere liegt zwischen 3,5 und 5,2 kg. Typisch für die Angora sind die Wollbüschel auf der Stirn und an den Enden der Ohren sowie der Behang an den Läufen. Diese Merkmale unterscheiden sie neben der Wollstruktur auf den ersten Blick von den langhaarigen Kaninchenrassen.

 

Der Standard, der die Zuchtziele festlegt, wurde so geändert, dass die Rassemerkmale das Wohlbefinden der Tiere nicht beeinträchtigen. Denn zu starker Ohrbehang könnte den Wärmeausgleich negativ beeinflussen und zu starke Stirnbüschel die freie Sicht der Tiere behindern. Die Anregungen des Tierschutzes wurden somit vollständig umgesetzt.

 

Die Wollstruktur wurde züchterisch so bearbeitet, dass Bürsten oder Kämmen der Tiere zur Vermeidung von Filzbildung nicht mehr nötig ist. Der Mehraufwand bei der Zucht von Angora besteht damit im wesentlichen in der Zeit für die Schur der Tiere (ca. ½ h bis 1 h je Schur).

  

Wollertrag



Schlolaut schätzt die Wollleistung je Tier und Jahr zu Beginn der Zucht (18. Jh.) auf 200 bis 250 Gramm. 1960 lag die Jahreswollleistung bei 600 bis 700 Gramm und bei den Spitzentieren bei 800 Gramm. Heute sind 1301 Gramm bereinigter Jahreswollertrag (Wollwertrichtzahl) nötig, um die volle Punktzahl für die Wollleistung zu erhalten. Die absoluten Spitzentiere erbringen Leistungen von mehr als 2000 Gramm. Neben der Verbesserung des Wollvlieses wurde diese Leistungsexplosion auch durch die Anhebung des Gewichts der Tiere möglich. Die Spitzenwolltiere dürften in der Mehrzahl bei einem Gewicht von 5 kg liegen.

 

Verwendung der Wolle



Die aus Angorawolle hergestellten Kleidungsstücke sind wegen des besonderen Aufbaus des Wollvlieses leichter und halten sehr viel wärmer als z.B. solche aus Schafwolle. Aus der Wolle wird deshalb traditionell spezielle Gesundheitswäsche (z.B. für Rheumakranke) hergestellt. In den letzten Jahren wurde es aber aufgrund verbesserter Spinn- und Verarbeitungstechnik möglich, besonders flauschige Oberbekleidung (Pullover, Schals usw.) herzustellen.

 

 

Geschichte und Entstehung

 

Über die Entstehung des Angorakaninchens gibt es viele Theorien, wirklich sicher kann jedoch niemand sagen, welchen Lauf die Geschichte nahm.

 

 Nach WISCHER (1937) brachten englische Matrosen die langhaarigen Kaninchen (auch Seidenhasen genannt) aus Südrussland über das Schwarze Meer mit nach Europa, wo sie in England und Frankreich schnell Anklang fanden. KARL WEIßENBERGER (1971) widerspricht dieser Ansicht und legt Quellen (NIEHAUS) dar, die darauf schließen lassen, dass das Angorakaninchen schon um 1400 in England bekannt war. Da der Langhaarfaktor auch beim Wildkaninchen vorkommt, was man zum Beispiel in der Sammlung der Forsthochschule Eberswalde in Form eines grauen langhaarigen Wildkaninchens (geschossen 1888) besichtigen kann, ist durchaus denkbar, dass die Tiere in England eingefangen und domestiziert wurden. Hier in der Wildbahn überleben jedoch die langhaarigen Tiere sehr schlecht. Durch Regen und Schmutz verfilzt die Wolle sehr schnell, sie sind dadurch nicht so beweglich und leichte Beute für Raubtiere und werden somit schnell selektiert.

 

Ob diese Annahmen jedoch richtig sind, ist unklar, sodass man im entsprechenden Wikipedia-Artikel nachlesen kann, dass Angorakaninchen erst seit etwa 300 Jahren aus England bekannt sind und SANDFORD eine Quelle von 1707 zitiert, in der Angorakaninchen als „White shock Turky Rabbit“ erwähnt werden. WEIßENBERGERS Interpretation kommt mir persönlich ebenfalls sehr schlüssig vor, denn er meint, dass es bereits zu Zeiten von Königin Anna (England, 1702-1714) Gesetze gab, nach denen die Ausfuhr von auf englischem Boden „gewachsenen“ Produkten zu verzollen war. Darunter aufgezählt wurden Kaninchenbälge und Kaninchenhaare oder -wolle. Es ist also anzunehmen, dass die langhaarigen Tiere zu diesem Zeitpunkt bereits seit einer Weile in England gezüchtet wurden.

 

1723 brachten vermutlich englische Matrosen die ersten nachweisbaren Tiere nach Frankreich (Bordeaux) um sie für viel Geld zu verkaufen. Wie sie die Kaninchen jedoch nach Frankreich am „englischen Zoll vorbeischmuggelten“ bleibt ebenfalls unklar.

 

Die erste Einfuhr nach Deutschland erfolgte 1777 durch von Meyersbach von London nach Deutschland (Franken), darüber sind sich alle Quellen einig. Es handelte sich nach WISCHER um ein noch sehr junges Kaninchenpärchen, ob es tatsächlich weiße Tiere waren, konnte ich jedoch in keiner der älteren Quellen nachlesen.

 

Um die Verbreitung des Angoras von Franken aus kümmerte sich Pfarrer F. Ch. S. Mayer aus Oberneit. In kürzester Zeit hatte er Tiere in die verschiedensten Regionen „verpflanzt“. So hatte er bereits sieben Jahre nachdem das junge Kaninchenpärchen bei ihm Einzug hielt, Tiere „…nach Ansbach, nach Wien, Prag, nach Sachsen, Schlesien, in das Hohenlohische, in das Ansbachische und Bayreuthische, ja sogar nach Holland…“ verbracht, wie er in seinem 1784 erschienenen französischen Buch „Anleitung zur Angorischen oder englischen Kaninchenzucht“ schrieb.

 

Dieses Buch enthält einige bemerkenswerte „Erfahrungswerte“ von MAYER, die auch heute noch gelten. Mein absoluter Favorit ist diese etwas dramatische Erklärung, warum ein Angorakaninchen schon als Junges „enthaart“ werden muss: „…die Haare zeigen sich nicht gleich bei der Geburt des Tieres, sondern erst vier bis sechs Tage hernach; aber sie fangen dann schon an, merklich zu wachsen, so dass das Tier drei Monate nach seiner Geburt und in der Hälfte seiner gewöhnlichen Größe schon ganz mit reifen Haaren bedeckt ist. Man muss sie also zu der Zeit abnehmen. Denn da die Natur unverzüglich neue hervorbringt, so würden diese anderen sich mit jenen ersten, im falle man sie stehen ließe, nicht nur vermengen, sondern auch dem Tiere in diesem Zustande einen schleunigen Tod veranlassen, weil diese verworrene Mischung die Ausbildung der Knochen hindert, die Nerven mit den Eingeweiden zusammenzieht und dadurch seinen Tod beschleunigt…“ Und es ist tatsächlich so, dass wie hier beschrieben, verfilzte Tiere sterben, da ihnen unter dem „Pelz“ zu warm wird und sie die Nahrungsaufnahme verweigern (ganz nach dem Motto „Warum auch Nahrung/Energie aufnehmen, wenn mir eh schon warm genug ist?“).

 

In den folgenden hundert Jahren wurde die Angorazucht von staatlicher -königlicher und kurfürstlicher- Seite unterstützt, da man den Wert der feinen Wolle erkannte.

 

So wurden in Heeresstellen Abteilungen gebildet, die Freiwillige in der Kaninchenzucht und -haltung anlernten (bei Magdeburg), in Preußen und Sachsen wurden hohe Wollprämien gezahlt (16 Groschen pro Pfund Wolle von selbst gehaltenen Tieren) und es wurde Forschung betrieben, wie man die ausländischen Angoras am Besten mit den heimischen Hauskaninchen verpaarte um Tiere mit Wolle und in der Farbe weiß zu erhalten. So gibt es Aufzeichnungen darüber, wie viele Jungtiere eine heimische Häsin im Jahr von einem Angorarammler brachte (bis zu 36 Stück), wie viele mit längerem Haar fielen und was die Generationen danach für Erfolge brachten. Denn nicht nur die echte Angorawolle war wertvoll, sondern auch die Haare der „Halbarten“, da diese etwas länger als von normalen Kaninchen und somit gut zur Herstellung von Hüten geeignet waren.

 

Dennoch zitiert WISCHER BREHMS Tierleben von 1877 damit, dass die Versuche, das Angorakaninchen in Deutschland heimisch zu machen, fehlgeschlagen seien und auch in MEYERS Konversations Lexikon von 1889 stand noch „…Es (das Angorakaninchen) eignet sich nicht zur Zucht in Deutschland…“; und das, obwohl BAUER auf seiner Homepage folgendes -mit anderen Quellen Übereinstimmendes- schreibt: „…laut Literatur wurde 1874 in Bremen eine erste Kaninchenausstellung und damit Interesse für diese Tierart geweckt. Der allererste Verein der Kaninchenzucht wurde am 12. April 1880 in Chemnitz/Sachsen gegründet. Die erste Schau, die dieser Verein abhielt, fand 1885 statt. Auf dieser wurden 5 Rassen ausgestellt. Es handelte sich um die Belgischen Riesen, die Französischen Widder sowie Angora, Silber- und Russenkaninchen. Julius Lohr hatte zu diesem Zweck die ersten Musterbeschreibungen für diese Rassen ausgearbeitet. Er gilt auch heute noch als 1. Deutscher Zucht- oder Preisrichter für Kaninchen. Wie erwähnt, ist das Angorakaninchen eine der Ältesten wenn nicht sogar die älteste Rasse unserer Kaninchen. Es stammt also gleichfalls vom Wildkaninchen ab…“ (Quelle: Ulrich Bauer, www.angora.de, Stand 09.03.2010).

 

Das Angorakaninchen gehörte also zu den fünf ersten „anerkannten“ Rassen in Deutschland und hatte sich bereits zu diesem Zeitpunkt in Deutschland voll etabliert.

 

In den darauffolgenden Jahren wurden die Angorakaninchen nicht auf Wollqualität sondern auf Wolllänge gezüchtet, 25-40cm waren keine Seltenheit. Das änderte sich mit dem ersten Weltkrieg, da die Erzeugung von Wolle wieder gefördert wurde. Gleiches geschah während des zweiten Weltkriegs. Nach DORN wurden staatliche und private Angorafarmen eingerichtet und allein die deutschen Heeresstellen hielten 1941 25.000 Angorakaninchen. Nach beiden Weltkriegen erlitt die Rasse jedoch einen Niedergang, da die Wolle nicht mehr gebraucht wurde. Um den totalen Zusammenbruch der Rasse zu verhindern, wurden Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel die Errichtung eines Angorazuchtbuches und die Einführung von Stationsleistungsprüfungen. „…Diese Bemühungen zur Leistungssteigerung der Angorakaninchen führte dazu, dass sich der durchschnittliche Wollertrag der geprüften Tiere von 330 g/Jahr für Rammler bzw. 422 g/Jahr für Häsinnen im Jahr 1935 auf 1243 g/Jahr (Rammler) bzw. 1430 g/Jahr (Häsinnen) im Jahr 1993 steigerte. Deutsche Angorakaninchen zählen damit weltweit zu den leistungsfähigsten Tieren dieser Rasse. Die wirtschaftliche Bedeutung der Angorawolle war in der DDR noch von großer Bedeutung, allerdings kam es durch die Entwicklung besserer Kunstfasern zu einem starken Preisverfall der Angorawolle, so dass die Zucht der Angorakaninchen heute in Deutschland reine Liebhaberei ist…“ (Wikipedia, Stand 09.03.2010).

 

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen nahm das Angorakaninchen 2002 auf die Rote Liste der bedrohten Haustierrassen auf. Es steht heute in der Kategorie I „extrem gefährdet“.

 

Die Angorazucht in Sachen schien etwas besser gestellt, denn in einer Analyse der Rassekaninchenzucht Sachsens durch die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft 2002 konnten nachfolgende Ergebnisse festgestellt werden:

 

„Zurzeit hat der Landesverband Sächsischer Kaninchenzüchter 8.370 organisierte Züchter. Diese Züchter betreuen insgesamt 10.300 Zuchten. Davon sind 1,2 % also ca. 120 Angorazuchten in Sachsen noch zu verzeichnen. Sehr viele haben jedoch nur Kleinstbestände aus alter Tradition oder als Zweitrasse, so dass eigentlich nur 33 aktive Züchter auf Schauen aktiv sind. Von den 33 auf Schauen zu verzeichnenden Angorazüchtern sind 17 Mitglieder im Angoraclub Sachsen organisiert.

 

Auf einer Angoraclubschau in Oberlungwitz des Freistaates Sachsen 2001 wurden von Weißen Angoras 9 Zuchtgruppen und 37 Einzeltiere ausgestellt. Darüber hinaus eine Zuchtgruppe und sechs Einzeltiere des schwarzen Farbenschlags, zwei Einzeltiere in blau und drei russenfarbig.

 

Die Ergebnisse bei der Bewertung der Angoras waren hervorragend. So konnte allein bei den Weißen Angoras 6 mal die Note Vorzüglich und 10 mal Hervorragend verabreicht und weitere 20 mal die Note Sehr Gut vergeben werden. Auch bei den Blauen Angoras wurde 1-mal Hervorragend vergeben.

 

Ein hoher Zuchtstand der wenig verbliebenen Angoras ist damit nach wie vor nachweisbar.“

 

Insgesamt lässt es jedoch nicht viel Gutes für das Deutsche Angorakaninchen hoffen. Obwohl es noch einige Züchter in Deutschland gäbe (60 wirklich aktive in Dtl.), würde der Bestand kontinuierlich sinken. Begründen kann man dies mit dem absoluten Fehlen von Nachwuchszüchtern in der Angorakaninchenzucht. Die meisten aktiven Züchter sind über 50 Jahre alt, die Hälfte davon sogar über 70 Jahre und es ist abzusehen, dass eben diese Hälfte in den nächsten Jahren vermutlich ihre Zucht aufgeben muss. Es ist also an den jüngeren Generationen, das Überleben dieser bemerkenswerten und geschichtlich überaus interessanten Kaninchenrasse zu sichern. Sollten wir uns dieser Aufgabe nicht annehmen, wird die Arbeit vieler Generationen vor uns vollkommen sinnlos gewesen und ein großes Stück Kulturgut verloren sein!

1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.